Dieses Video zeigt eine 4fache Bypass-Operation am schlagendem Herzen (OPCAB) und totaler arterieller Revaskularisation (TAR) mit beiden Brustwandarterien.
Das OPCAB (=Off-Pump-Coronary-Artery-Bypass)-Verfahren ist im [http://www.mediclin.de/herzzentrum-lahr MediClin Herzzentrum Lahr/Baden] seit dem Jahre 2005 das Standard-Verfahren zur operativen Myokardrevaskularisation.
Die Vermeidung der [http://flexikon.doccheck.com/Herz-Lungen-Maschine Herz-Lungen-Maschine] (HLM) stellt einen großen Vorteil dar. Durch die HLM wird über den Kontakt mit Fremdoberflächen eine unspezifische Entzündungsreaktion im Körper ausgelöst.
Durch diese Entzündungsreaktion kommt es zu einem mehr oder weniger stark ausgeprägtem Kapillarleck, das unter ungünstigen Bedingungen zu einer Verschlechterung von Organfunktionen (Lunge, Leber, Niere) führen kann.
Der zweite, möglicherweise noch größere Vorteil besteht darin, dass die aufsteigende Hauptschlagader ([http://flexikon.doccheck.com/Aorta_ascendens Aorta ascendens]), die insbesondere bei älteren Patienten zu Verkalkungen neigt, völlig in Ruhe gelassen werden kann (No-Touch).
Kleine verkalkte Partikel können im Rahmen der herkömmlichen [http://flexikon.doccheck.com/Koronararterienbypass Bypass-Chirurgie] mit HLM entweder durch die Kanülierung oder das Klemmen der Aorta abgelöst werden und durch Verlegung eines Hirngefäßes zu einem Schlaganfall ([http://flexikon.doccheck.com/Apoplex Apoplex]) führen.
Das operative Vorgehen unterscheidet sich nach der Graftgewinnung- in den meisten Fällen werden die beiden Arteriae mammariae verwendet- von einer Operation mit HLM dadurch, daß am schlagenden Herz das Areal der Bypassverbindung ([http://flexikon.doccheck.com/Anastomose Anastomose]) durch einen Stabilisator ([http://www.medtronic.com/cardsurgery/products/mics_octopus4.html OCTOPUS®]) zeitweilig ruhig gestellt werden kann.
Ein zweiter Positionierer ([http://www.medtronic.com/cardsurgery/products/octostarfish_video.html STARFISH®]) an der Herzspitze fixiert die Längsachse des Herzes, so daß auch die Koronargefäße der Seiten- und Hinterwand zugänglich sind. Während der gesamten Operation ist durch intraluminale Shunts (Röhrchen in der Dicke der Koronargefäße) der Blutfluss in den Herzkranzgefäßen gewährleistet. Obwohl das Verfahren für den Operateur technisch anspruchsvoller ist, ist die Operationsdauer nicht verlängert.
Die bisherigen Ergebnisse sind sehr vielversprechend und lassen Vorteile insbesondere bei älteren Patienten mit ausgeprägter Arteriosklerose erwarten.
Tags:
Chirurgie, Minimal Invasive Chirurgie, Patienteninformation, Bypass, Operation, Herz, Thorax, Gefäßchirurgie, TAR, OPCAB, Arterie, Revaskularisation, Anastomose, Mediclin
Der Auricher
30.03.2012 - 17:32
Hatte es versäumt, meine Bypass OP filmen zu lassen, konnte es jetzt aber hier nachvollziehen. Bewundernswert ist die schnelle Heilung (vielleicht altersabhängig - bin jetzt 64). Wenn man bedenkt, dass das alles vor 30-40 Jahren so alles nicht möglich gewesen wäre.
Respekt, in diesem Fall an das Team im Klinikum Oldenburg - OP am 15.2.12