Sterbehilfe

13 Wertungen (2.46 ø)
3054 Aufrufe

Viele Menschen haben Angst vor einem langen Leidensweg am Lebensende und fürchten lebensverlängernden Maßnahmen ausgeliefert zu sein. Sie möchten über das Ende ihres Lebens selbst entscheiden und verlangen dabei nach Hilfe. Ein Arzt hat einerseits das Leben des Patienten zu erhalten, andererseits hat er die Autonomie des Patienten zu respektieren. Schwere Krankheiten und lebensbedrohliches Leid im Kontext von ärztlicher Verantwortung, der Würde des Menschen und der Freiheit seines Willens – Sterbehilfe ist seit jeher ein Thema, das die Menschen bewegt.

Schon im Eid des Hippokrates, auf den sich das ärztliche Tun bis heute bezieht, wird dieses Problem angesprochen und eindeutig Stellung genommen, wenn es heißt: „Auch werde ich niemandem ein tödliches Mittel geben, auch nicht wenn ich darum gebeten werde, und werde auch niemanden dabei beraten, auch werde ich keiner Frau ein Abtreibungsmittel geben“. Das Selbstverständnis der Gesellschaft und ihrer Mitglieder sowie das vorherrschende Menschenbild haben sich seitdem allerdings gewandelt. Nach der aktuellen Rechtslage ist Beihilfe zum Suizid, etwa die Bereitstellung eines Mittels zur Selbsttötung, nicht strafbar. Allerdings hat sich die Ärzteschaft in ihrem Berufsrecht ein Verbot auferlegt, solche Hilfestellung zu leisten.

Bei aktiver Sterbehilfe, also der Tötung eines Menschen auf dessen Wunsch, drohen Haftstrafen. Passive Sterbehilfe, also der Abbruch lebenserhaltender Maßnahmen im Krankenhaus, ist wiederum erlaubt. Um Ärzten und Patienten Rechtssicherheit und Klarheit zu geben, macht sich aktuell eine Parlamentariergruppe für eine gesetzliche Zulassung ärztlicher Sterbehilfe stark. Dabei geht es den Abgeordneten von Union und SPD allerdings nicht darum, dass die Tötung auf Verlangen legalisiert werden soll. Sie plädieren für eine zivilrechtliche Regelung der Sterbehilfe im Bürgerlichen Gesetzbuch. Am 13. November 2014 werden die Abgeordneten des Deutschen Bundestages erstmals über eine mögliche gesetzliche Regelung zur Sterbehilfe beraten. Das Parlament soll dann im kommenden Jahr entscheiden.

Quelle: UniMedizin Mainz/YouTube, Veröffentlicht am 06.11.2014

Alle Rechte vorbehalten

• Das Video darf ohne die ausdrückliche Zustimmung des Autors weder kopiert noch verändert oder anderweitig genutzt werden.
Die maximale Zeichenanzahl für einen Kommentar beträgt 1000 Zeichen.
Die maximale Zeichenanzahl für ein Pseudonym beträgt 30 Zeichen.
Bitte füllen Sie das Kommentarfeld aus.
Bitte einen gültigen Kommentar eingeben!
Operationsmitschnitte, Vorträge, Interviews oder andere medizinische Videos hochladen und mit Kollegen teilen.

Hochgeladen von