Interview mit IQWiG-Leiter Jürgen Windeler (Langversion)

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Prof. Jürgen Windeler hat im vergangenen Jahr die Nachfolge von Peter Sawicki als IQWiG-Leiter angetreten. Weht nun ein neuer Wind in der Arzneimittelprüfstelle? Im Interview mit DocCheck spricht Prof. Windeler über seine neue Funktion und seine Standpunkte.

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Wie gut der Kommentar von Sonny war. Also... im Sinne von: guter Unterhaltung. Konnte fast "BINGO!!" schreien in meinem "Alternativ-Medizinischem Bullshit Bingo". Merke: Dinge die wirken, heilen und nutzen, nennt man Medizin. Nichts anderes. Und was am wichtigsten ist: Naturheilkunde ist ein Teil evidenzbasierter Medizin. Es tut mir weh, das ständig in einen Topf mit "alternativer" Medizin geworfen zu sehen und zu hören. Und wie Leute immer gern unser verkacktes Gesundheitssystem (Stichwort Menschlichkeit, Ganzheitlichkeit... das sind alles keine Erfindungen von Esoterikern) mit Forschung, Pharmazie und Evidenz verwechseln, entschliesst sich mir auch. Wie Michael schon gesagt hat: Viel Text, viel Scheisse, aber wenig sinnvoller Inhalt.
#5 am 22.04.2011 von Gast (Gast)
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@Sonny Jung Warum zeichnen sich Anhänger "Alternativer Medizin" wie hier oft dadurch aus, dass ihre Texte lang, nichts sagend und ermüdend fehlerhaft sind?! Fangen wir oben bei "Kognition Based scheint in diesem Institut ein Fremdwort zu sein" an: ja, zu Recht: „Bauartbedingt“ weist die kognitive Leistungsfähigkeit einige Schwächen auf[1]: Wahrnehmen (Sinnesorgane) - Nicht alle zur Verfügung stehenden Informationen werden genutzt, sondern massiv gefiltert, integriert und auf viele andere Weisen verändert, bevor sie ins Bewusstsein gelangen. Denken - Das Arbeitsgedächtnis, in dem die geistige Manipulation von Informationen stattfindet, hat eine sehr kleine Kapazität. Lernen - Die im Langzeitgedächtnis gespeicherten Informationen werden häufig sowohl im Voraus (z. B. durch Erwartungen), als auch im Nachhinein (z. B. durch nachfolgende Informationen) verändert. Erinnern - Die im Langzeitgedächtnis „eigentlich“ vorhandenen Informationen sind häufig nicht abrufbar, das sog. Retrieval-Problem. Motivation und Konzentration - Müdigkeit, Lustlosigkeit, Ablenkbarkeit usw. können die kognitive Leistungsfähigkeit beeinträchtigen. Quelle: Wikipedia Ja, Denken ist in, Messen kommt davor! Beweise, Ursache/Wirkung, Reproduzierbarkeit, Falsifikation, Prognostizierbarkeit... Alles Fremdworte? Warum erkennt Ihr nicht den Fortschritt? Warum haltet Ihr an "altem Wissen (nein, das war Vermutung) wiederentdeckt (nein, überholt)" fest? Seid Ihr gefährliche Romantiker?
#4 am 21.04.2011 von Gast (Gast)
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Gutes Interview und eine Kerze für die Forderung nach nüchterner Betrachtung von Verfahren und nicht Wunschdenken und Subjektivität. Alle Verfahren müssen nach anerkannten Methoden geprüft werden. Ich möchte als Patient die optimale Behandlung bekommen und nicht die suboptimale, weil mein Arzt aufgrund von Unwissenheit und Selbsttäuschung zwischen Ursache und Wirkung nicht unterscheiden kann. Es bleibt aber dabei, solange der Arzt nicht auch fürs Sprechen bezahlt wird, werden Homöopathen und Co.  Zulauf bekommen und man kann es ihnen auch nicht verübeln. Aber dennoch bleibt es dabei. Gegen Beliebigkeit und Pseudowissenschaften in der Medizin. Pfui Teufel ;-))
#3 am 20.04.2011 von Gast (Gast)
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Nachtrag: Ich halte EBM für ein mächtiges und wertvolles Instrument. Leitlinien nach wissenschaftlichen Kriterien erstellt, sind in der Medizin eine große Hilfe. Ich bedaure nur, dass die Komplementärmedizin zu wenig Wertschätzung erfährt. Für mich ist die Ideale Medizin eine Mischung aus EBM und komplementärmedizinischen Therapien, welche individuell für den einzelnen erkrankten Menschen zusammengestellt werden sollten.
#2 am 17.04.2011 von Gast (Gast)
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Danke für diesen Einblick in die Philosophie des IQWiG-Kopfes. Ich lerne daraus: - Immer schön beim Messen, Verblinden und Randomisieren bleiben. - Wer heilt hat noch lange nicht Recht. - Ein Vorteil einer medizinischen Leistung für Patienten und Patientinnen gibt es nur, wenn dieser Evidence Based bewiesen werden kann. Kognition Based scheint in diesem Institut ein Fremdwort zu sein. Sehr bedauerlich für die Patienten. Sollten diese doch von den Tätigkeiten des Instituts für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen profitieren. Denken ist out, Messen ist in. Wie klein wird diese Welt plötzlich. Der Kopf ganz eng... Egal wie mies es dem Patienten geht, Hauptsache die Blutwerte sind in der Norm... Die auf EBM-Kriterien basierende  Therapie wird vom IQWiG-Leiter zur erstrebenswertesten Therapie für alle Patienten stilisiert. Leitlinien, die auf EBM Studienlage basieren werden zum höchsten Qualitätsmerkmal für hochwertige und wirtschaftliche Medizin. Therapie, die „nur“ wohltut, Lebensqualität fördert, Nebenwirkungen schulmedizinischer Medikamente lindert, die aber für jedes Individuum, für jeden Patienten etwas anders angeordnet wird, weil jeder Mensch eben anders ist, fällt durch das einseitige Raster. Eine solche individuelle Therapie kann aufgrund von mangelnder Stichprobengröße nicht in randomisierten, erst recht nicht in verbildeten Studien erfasst werden. Wer Heilt hat noch lange nicht Recht. Ziel des IQWiG ist die "objektive" Überprüfung der Vor- und Nachteilen medizinischer Leistungen für Patienten. Jeder, der Medizin studiert weiß, wie wenig von den Wirkungen der Medikamente und "anerkannten" Therapien tatsächlich nach heutigen Erkenntnissen objektiv erklärt werden kann. Medizin basiert auch heute noch überwiegend auf durch Versuch und Irrtum gewonnener Erkenntnis. Die Wissenschaft entwirft lückenhafte Modelle und bleibt viele Erklärungen schuldig. Was der Wissenschaftler als Vorteil oder Nachteil einer medizinischen Leistung für den Patienten wertet, steht wahrhaftig nicht immer in Übereinstimmung mit der Bewertung durch den Patienten. Herr Windeler fordert standardisierte Forschungsmethoden zur Prognose der Therapierelevanz von Behandlungen für Individuen, die nicht standardisiert sind. Menschen sind weitaus mehr als Zellhaufen... Herr Windelers Argumentation klingt in meinen Ohren so einseitig, dass ich für das Institut eine auf einer extrem subjektiven Haltung gegründete Sichtweise des Objektivitätsbegriffs befürchte. Eine pervertierte Objektivität, die so zur Subjektivität wird, weil sie nur das sieht, was sie sehen möchte. Nur was mit den Forschungsinstrumenten der EBM gemessen werden kann wird wahrgenommen. Die anderen Effekte werden nicht registriert. Wie ein Sehender, der sich eine Farbfilterbrille vor die Augen setzt und deshalb nur noch schwarz-weiß sehen kann. Goethe hierzu: "Wer will was Lebendigs erkennen und beschreiben, Sucht erst den Geist heraus zu treiben, Dann hat er die Teile in seiner Hand, Fehlt leider! nur das geistige Band...." Faust - Erster Teil
#1 am 17.04.2011 von Gast (Gast)
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